1. Die Geschichte der Einseitenbandmodulation (SSB)

In den frühen Tagen des Radios wußte man nur sehr wenig über Seitenbänder. Das Konzept eines Amplituden modulierten Signals wurde als ein Gemisch betrachtet anstatt eines teilbaren Ganzen und war nicht näher definiert, was zu lebhaften Auseinandersetzungen unter den damaligen Fachleuten führte.

Im Jahre 1914 wurde mathematisch nachgewiesen, daß eine Amplituden modulierte Welle aus einem Träger und zwei identischen Seitenbändern, die um den Betrag der Modulationsfrequenz über und unterhalb des Trägers liegen, besteht.

1915 wurden Experimente in der US.-Marinestation in Arlington, Virginia, mit sehr niedrigen Frequenzen durchgeführt und zwar mit Antennen, die so abgestimmt wurden, daß ein Seitenband ausgestrahlt wurde und das Andere unterdrückt wurde. Die Bandbreite einer abgestimmten Antenne auf den verwendeten niedrigen Frequenzen (um 50kHz) ist in der Tat so schmal, daß eine starke Filterung auftritt. Dadurch wurde es immer glaubhafter, daß es sich um eine gemischte Welle handelt und gleichfalls wurde nachgewiesen, daß ein Seitenband alle Elemente enthält, um Sprache zu übertragen. Ein anderer Forscher fand damals heraus, daß ein späterer Trägerfrequenzzusatz auf der Empfängerseite das Empfangssignal verbessert. Diese Entdeckungen ebneten den Weg zur weiteren Entwicklung der Einseitenbandtechnik.

Ende 1915 meldete John R. Carson seine Ideen zur Seitenband- und Trägerunterdrückung als Patent an. Nach vielen rechtlichen Auseinandersetzungen wurde 1923 schließlich das Patent in USA erteilt.

Im gleichen Jahr wurde eine Transatlantik-Radio-Telefonverbindung in Einseitenbandmodulation mit reduziertem Träger auf der sehr niedrigen Frequenz von 57kHz (5.263,16m Wellenlänge) demonstriert. Die SSB Technik wurde wegen der geringeren notwendigen Leistung sowie der geringen Bandbreite der verwendeten Antennen auf diesen niedrigen Frequenzen immer beliebter.

1927 wurde Transatlantik SSB-Radiotelephonie für die öffentliche Nutzung, also zum telefonieren, eingeführt.

In den folgenden Jahren war die SSB-Technik durch technische Probleme für niederfrequente und drahtgebundene Anwendungen begrenzt. Dieses mag auch an noch zu geringem Wissen auf dem Gebiet der spektralen Technik gelegen haben. Außerdem stimulierten frühzeitige Experimente und Entwicklungen auf dem Gebiet der Frequenzmodulation, daß diese überhaupt die ultimative Technik zur Übertragung von Sprache sei. Daraus resultierte die sehr langsame Entwicklung und Durchsetzung der Einseitenbandmodulation (SSB) bei Sendern auf hohen Frequenzen.

Auch im Amateurfunk war dieses ähnlich. Jedoch haben die Amateurfunker die Pionierarbeit zur SSB Technik geleistet, ausgenommen dabei sind die sehr frühen Experimente. Bereits im Jahre 1933 werden Aktivitäten von Amateurfunkern mit SSB gemeldet, jedoch erst 15 Jahre später (ab 1948) wurde die SSB Technik ernsthaft im Amateurfunk eingeführt und weiter entwickelt.

Der zweite Weltkrieg hatte in allen Ländern die technische Entwicklung zur Kommunikation nach Vorne gebracht und nach dem Ende des Krieges stand das nicht mehr benötigte technische Gerät als Surplus-Material allen interessierten Funkern billig zur Verfügung. Es gab viele wichtige technische und herstellerische Durchbrüche, die für die SSB Technik wichtig waren. Dazu gehörten unter anderem ultra stabile variable Oszillatoren (VFO's) und mechanische Filter.

Dadurch konnten SSB-Sender und SSB-Empfänger wesentlich preiswerter als zuvor gebaut werden.

Neben der Filtertechnik (ausfiltern des unerwünschten Seitenbandes) existiert noch die Phasenmethode, die Ende 1957 bis in die 1960ger Jahre einige Beliebtheit erreichte sowie die sogenannte "dritte Methode" (Filter-/Phasen und Mischsystem), die jedoch mehr im drahtgebundenen Bereich verwendet wurde, aber auch keine weitere Verbreitung fand.

Wird fortgesetzt. To be continued.

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