Rankpro.de since  18.07.2014

Für den folgenden Beitrag werden mir sicher selbsternannte HI-FI Spezialisten körperlichen Schaden zufügen wollen, aber die Physikalischen Gesetze lassen sich nicht durch Laien und selbsternannte

Hi-Fi Freaks umwerfen.

Lesen Sie selbst.

Bekannte Zeitschriften lehnten eine Veröffentlichung ab, ich vermute, das lukrative Anzeigengeschäft der Anbieter überteuerter Lautsprecherkabel ( nicht selten über EUR 400,-- /m und mehr), wäre dann gefährdet gewesen............

Die Wahrheit über Lautsprecherkabel

Von Peter Weber / DJ4BR

Es ist verständlich, dass HiFi-Enthusiasten und Musikliebhaber gerne Geld (auch viel Geld) zur Klangverbesserung ihrer HiFi-Anlagen ausgeben. Hierbei kommen auch die Lautsprecherkabel in Betracht, deren richtige Dimensionierung erheblichen Einfluss auf die Wiedergabequalität hat. Auf dem Markt tauchen jedoch immer wieder Angebote für besonders "gute" Spezial- Lautsprecherkabel auf, die wesentliche Klangverbesserungen versprechen, jedoch zu horrenden Preisen verkauft werden. Dabei sind mir schon Preise von über € 500,-- je Meter bekannt geworden. Unter Fachleuten handelt es sich hierbei um reine Volksverdummung und Preisschneiderei, nur hat kaum jemand dagegen aufgemuckt, traurig.

Hier noch einmal: Welches Kabel soll ich für meine Lautsprecherboxen verwenden?

Eine einfache Regel lautet: Das Kabel sollte so kurz wie möglich sein und so dick sein, wie man es bezahlen kann. Es darf selbstverständlich auch aus dem Baumarkt sein!

Hier jetzt eine Tabelle, aus der Sie die Wirkung des Kabelquerschnitts und der Leitungslänge auf den Dämpfungsfaktor und Leistungsverlust des Kabels ersehen können.

Von 1000W einer Audio-Endstufe kommen bei 20m Kabellänge und einem Querschnitt von 0,75quadrat mm an einer 8 Ohm Box nur noch 895 Watt an. Wir jedoch ein Querschnitt von 4quadrat mm verwendet, so verringern sich die Verluste auf nur 2%, so dass von 1000 Watt noch 980 Watt an die Box geraten und nur 20 W im Kabel verlustig gehen.

Man kann leicht erkennen, dass bei kurzen Wegen auch schon eine Zwillingslitze von 0,75mm2 ausreicht und wer es dann noch besser machen möchte kann auf 1,5mm2, 2,5mm2 oder 4mm2 ausweichen und hat dann allerbeste Ergebnisse zu einem günstigen Preis.

Der Dämpfungsfaktor ist nicht zu vernachlässigen: Was ist der Dämpfungsfaktor? Nun, er ist das Verhältnis der Lautsprecherimpedanz zum Innenwiderstand des HiFi-Verstärkers. Ein durchschnittlicher Verstärker hat einen Innenwiderstand von z.B. 0,08 Ohm, bei einer Boxenimpedanz von 8 Ohm ist der Dämpfungsfaktor dann 8 : 0,08 = 100. Diesen sollte man möglichst durch ein entsprechend ausgewähltes Kabel erhalten (siehe Tabelle). Hat eine Endstufe einen niedrigen Innenwiderstand (resultierend in einem hohen Dämpfungsfaktor), werden Effekte von Überschwingungen der durch die in den Lautsprecherboxen entstehenden Membranbewegungen gebremst und unterdrückt. Dieses wirkt sich auf den Klang auf, so dass dieser um einiges direkter, natürlicher und klarer ist.

In der Praxis sollte man sich aber mal Gedanken darüber machen, dass innerhalb der Boxen noch ein ganz starkes Nadelöhr eingebaut ist, welches den Dämpfungsfaktor stark beeinflussen kann, die Spule in der Frequenzweiche ist meistens zwar aus dickem Draht gewickelt, bringt aber mit Leichtigkeit einen Widerstand von 0,5 - 1 Ohm hinzu, was dann auch die teuersten Kabel nicht ausgleichen können.

Material:

Es werden Kabel aus speziellem "sauerstoffarmen" Kupfer angeboten. Ein Anbieter schreibt, seine Kabel "klingen transparent, räumlich und brillieren luftig im Höhenbereich. Saubere Tiefen und Bässe runden das Klangbild homogen ab. Technisch werden alle Frequenzbereiche sauber, realistisch und linear dargestellt und abgebildet." Also wenn schon die Kabel klingen, braucht man keine Boxen mehr. Solcherlei Aussagen in Prospekten und Datenblättern oder Anzeigen sind reiner Blödsinn.

Skineffekt

Manche Kabelanbieter loben ihre Angebote und mit einem geringen Skineffekt ihres Kabels. Ja, das ist richtig, aber auch die Zwillingslitze aus dem Baumarkt hat ebenfalls keinen (oder gar keinen) Skineffekt bei Audiofrequenzen (20Hz...20kHz).

Was ist der Skineffekt? Der Skineffekt auf deutsch auch Hauteffekt, bezeichnet einen Effekt, der den Stromfluss in Leitungen beschreibt bei Wechselströmen. Ein Gleichstrom verteilt sich gleichmäßig über den gesamten Querschnitt einer Leitung, d.h. mit konstanter Stromdichte.

Bei Wechselströmen mit höheren Frequenzen ist die Stromverteilung über den Querschnitt mehr oder minder ungleichmäßig und die Stromdichte veränderlich abhängig von der Frequenz. Der Strom wird im inneren Teil mit zunehmender Frequenz geschwächt und an die Oberfläche (Haut/Skin) verdrängt. Dieses wird durch Induktion und Wirbelströme hervorgerufen.

Ein messbarer Skineffekt jedoch tritt im Bereich der HiFi-Audiofrequenzen (20...20.000Hz) überhaupt nicht auf. Er tritt erst bei Hochfrequenzen ab etwa 1.000.000 Schwingungen pro Sekunde, also 1MHz, auf. Deshalb werden in der Radio- und Funktechnik zum Teil versilberte Spulendrähte mit messbarem Erfolg eingesetzt. Aber im Audiobereich ist dies absolut nicht notwendig. [siehe auch Meinke/Gundlach, Taschenbuch der Hochfrequenztechnik, Springer-Verlag 1968, und Curt Rind, Handbuch für Hochfrequenz- und Elektro-Techniker, Band 3, FT-Verlag Berlin, S. 208, 240, 597]

Kabelinduktivität, Kabelkapazität

Die Kabelkapazität und die Kabelinduktivität bilden prinzipiell einen Tiefpass. Der Wert der Kapazität beträgt bei einem Meter Kabellänge maximal 300 pF. Nimmt man für die Induktivität mit 10 nH (Nano Henry) einen vergleichsweise großen Wert an, ergibt sich als Grenzfrequenz ein Wert von über 90 MHz (=90.000.000 Hz), also mitten im UKW-Bereich. Dies ist derart weit über dem Hörbereich und auch dem Bereich, den der Verstärker verarbeiten kann, so dass man diese Induktivität schlicht vernachlässigen kann.

Also brauchen wir uns nicht um die Kapazität oder die Induktivität zu kümmern.

Resümee: Kaufen Sie ruhig preiswerte Zwillingslitze ( liegt bei 1-3 Euro / m) statt teurer "Spezialkabel" und legen Sie das ersparte Geld besser in guten Boxen an, das ist viel sinnvoller.


Falls Sie mit mir sprechen möchten (VoiP), ich bin über (muss vorher installiert sein) zu erreichen:

In case you like to talk to me via  (VoiP)(must be installed before), please call me:

Back to the MAIN PAGE